/
RSS Feed
Longevity ab 40: Warum echte Prävention Jahrzehnte vor der Krankheit beginnt
Supplements, Sauerstoffkammern und Eisbäder – der Begriff „Longevity“ ist in aller Munde. Doch was bedeutet gesunde Langlebigkeit jenseits von kurzlebigen Hypes ganz konkret für Frauen in der Lebensmitte? In dieser Folge von „Hallo Wechseljahre“ spricht Barbara Birke mit Dr. Maya Fehling, leitender Ärztin und Mitgründerin von The Longevity Practice in Berlin. Die Präventionsmedizinerin erklärt, warum unser reguläres Gesundheitssystem im 8-Minuten-Takt meist erst eingreift, wenn eine Krankheit bereits ausgebrochen ist, welche Labor- und Fitnesswerte du wirklich auf dem Schirm haben solltest und warum Hormone als echte Longevity-Medikamente verstanden werden dürfen.
Das nimmst du aus dieser Folge mit:
- Krankheitssystem vs. echte Prävention: Normale Labor-Referenzbereiche orientieren sich oft an kranken Durchschnitten. Longevity-Medizin setzt auf optimale Zielbereiche, um subklinische Prozesse – wie beginnende Insulinresistenz oder Arteriosklerose – Jahre im Voraus zu stoppen.
- Die 7 großen Gesundheitsrisiken für Frauen: Kardiovaskuläre Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall), metabolische Störungen (Fettleber, viszerales Bauchfett), neurodegenerative Krankheiten (zwei Drittel aller Alzheimer-Patienten sind Frauen!), Krebs, chronisch-systemische Entzündungen, Osteoporose und der hormonelle Rückgang.
- Osteoporose – der unterschätzte „Silent Killer“: Jeder vierte Mensch über 60 bzw. 65 stirbt innerhalb eines Jahres nach einer Hüftfraktur, weil der rapide Muskel- und Knochenabbau in der Immobilitätsphase verheerend ist. Eine frühzeitige Knochendichtemessung (Baseline ab 35/40) und gezieltes Krafttraining schützen dein Überleben.
- VO2max & Griffkraft als Langlebigkeits-Garanten: Deine kardiorespiratorische Fitness (VO2max) ist einer der stärksten messbaren Biomarker für ein langes, gesundes Leben – je höher der Wert, desto besser. Zudem gilt eine Griffkraft-Hängezeit an der Stange (Dead Hang) von ca. 90 Sekunden als idealer Schutzfaktor gegen Stürze im Alter.
- Wichtige Blutwerte jenseits des Standard-Checks: Apolipoprotein B (ApoB; kausaler Treiber von Gefäßplaques, ideal < 60–70 mg/dl), Lipoprotein(a) als genetischer Risikomarker, der HOMA-Index (nüchtern Insulin & Glukose) sowie hochsensitives CRP (hs-CRP) zur Erkennung stiller Entzündungen.
- Hormonersatztherapie als Longevity-Tool: Die menopausale Hormontherapie sollte nicht erst verschrieben werden, wenn Frauen tief in Beschwerden versinken oder gar keine Periode mehr haben. Ein früher, begleitender Einsatz bereits in der Perimenopause schützt Gefäße, Knochen, Muskeln und das Gehirn präventiv.